Scheidungsfolgen

Sorge- und Umgangsrecht für minderjährige Kinder:

Nach dem heutigen gesetzlichen Leitbild soll das Sorgerecht für minderjährige Kinder auch nach der Scheidung möglichst bei beiden Eltern verbleiben. Das setzt voraus, dass dies nach den jeweiligen Umständen überhaupt möglich ist und beide Eltern bereit und in der Lage sind, miteinander zu kooperieren. Wenn ein Elternteil die Übertragung des Sorgerechts auf sich allein beansprucht, muss er dies beim Gericht beantragen und begründen. Entscheidend ist hierbei immer das Wohl des Kindes. Ohne einen Sorgerechtsantrag bleibt es beim gemeinsamen Sorgerecht. Dann ist es so, dass derjenige Elternteil, bei dem sich das Kind gewöhnlich aufhält, das Recht zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens hat. In Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung sind, ist gegenseitiges Einvernehmen der Eltern erforderlich. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass einem der Eltern auf Antrag vom Gericht nur ein Teil der elterlichen Sorge übertragen wird, z.B. hinsichtlich des Schulbesuchs oder der Ausbildung des Kindes.

Auch bei gemeinsamem Sorgerecht leben die Kinder nach der Trennung oder Scheidung meist nur bei einem Elternteil. Das Kind hat aber das Recht, auch den anderen Elternteil regelmäßig zu sehen, und auch der getrennt lebende Elternteil hat ein eigenes, einklagbares Umgangsrecht mit dem Kind. Es besteht sogar die Pflicht der Eltern zum Umgang mit ihren Kindern. Das Umgangsrecht kann daher der eine Elternteil dem anderen nicht entziehen, z.B. durch Wegzug. Hierdurch macht er sich u.U. sogar wegen Kindesentziehung nach § 235 Strafgesetzbuch strafbar.

Kindesunterhalt:

Für ein minderjähriges Kind ist grundsätzlich nur derjenige Elternteil barunterhaltspflichtig, der das Kind nicht betreut, bei dem es also nicht lebt. Das Einkommen des betreuenden Elternteils spielt dabei in der Regel keine Rolle, denn dieser leistet seinen Beitrag durch den sog. Naturalunterhalt, der eben in der Betreuung des Kindes liegt. Anders kann es aussehen, wenn der betreuende Elternteil erheblich mehr, d.h., mindestens doppelt soviel verdient wie der andere und dieser bei Zahlung des vollen Unterhalts selbst nicht mehr als etwa EUR 1.000 zum Leben übrig hat. In allen anderen Fällen richtet sich die Höhe des Barunterhalts nach dem jeweils aktuellen Einkommen des Unterhaltspflichtigen und wird nach der Düsseldorfer Tabelle errechnet. Ab dem 18. Geburtstag des Kindes sind grundsätzlich beide Eltern barunterhaltspflichtig, also auch der Elternteil, bei dem das Kind wohnt. Die Höhe des Unterhalts wird dann nach dem jeweiligen Einkommen gequotelt. Das gilt übrigens auch dann, wenn das Kind abwechselnd bei dem einen und dem anderen Elternteil wohnt, also von beiden gleichermaßen betreut wird. Der neue (Ehe-)Partner des betreuenden Elternteils ist für das Kind niemals unterhaltspflichtig, so dass sein Einkommen außer Betracht bleibt. Am 1.1.2008 tritt das neue Unterhaltsgesetz in Kraft, nach dem der Kindesunterhalt immer Vorrang vor dem Ehegattenunterhalt hat.